LOWA Service

Auf Hochtouren und beim Eisklettern bin ich mit einem LOWA Weisshorn GTX Stiefel unterwegs. Dies ist bereits mein dritter Bergstiefel von dem Hersteller aus  Jetzendorf und bislang war ich mit allen Schuhen sehr zufrieden. Beim Eisklettern in Südtirol ist mir allerdings am zweiten oder dritten Tag aufgefallen, dass der hintere Sohlenrand an einem Schuh gebrochen war also genau an der Aufnahme, wo der Kipphebel von Steigeisen angesetzt wird. Zum Glück hat die Sohle die restliche Woche voll gehalten denn sonst wäre ein klettern nicht mehr möglich gewesen.

Noch bereits in Südtirol hatte ich eine Email an den Lowa Kundenservice geschrieben ob dieser Fehler bekannt sei und ob man hier was machen kann…

Schon am Folgetag bekam ich vom Serviceleiter eine Antwort auf meine Email: Das Problem sei so nicht bekannt weshalb sie den Schuh gern untersuchen/prüfen würden. Daher sollte ich ihn ohne Schnürsenkel und Einlagen einschicken was ich gleich in der Woche nach meiner Rückkehr tat.

Keine zwei Wochen später bekam ich ein Paket von Lowa: Die Sohle war aufgrund eines Materialfehlers an meinem Schuh gebrochen und wurde ersetzt. Dabei wurde an beiden Schuhe auch komplett die Vibram Sohle erneuert. Desweiteren lagen dem Paket ein Satz neue Schnürsenkel sowie neue Einlegesohlen und ein Schuhpflegemittel bei.

Dies erfolge alles auf Kulanz bei einem Schuh der schon mehrere Jahre im Einsatz ist und ich nicht einmal mehr eine Quittung vorweisen konnte!

So stellt man sich Kundendienst von einem Qualitätshersteller vor. Einfach, schnell, unkompliziert. Vielen Dank an Lowa und das Lowa Serviceteam für die Reparatur, so kann ich den Weisshorn sicher noch viele weitere Jahre einsetzen. Meine nächsten Stiefel werden sicher wieder ein Modell aus Jetzendorf sein!

Große Zinne + Hexenstein

Ende August konnte ich ein langjähiges Ziel von meiner Liste streichen: Die Große Zinne in den Dolomiten.

Diese haben wir in etwas über zwei Stunden über den Normalweg (450 Höhenmeter, 3+) erklettert. Nach kurzer Gipfelrast bei toller Aussicht brauchten wir 3 Stunden runter da vor uns zwei langsamere Seilschaften waren und wir bei den Abseilstellen immer wieder warten mussten.

Nach einer Pizza im Tal beschlossen wir, es war eine Regenfront unterwegs, gleich noch an den Falzarego Pass zum klettern zu fahren. Dort erklimmten wir Abends noch die 8 Seillängen der Hexenstein Südostkante  (210 Höhenmeter, 4+).

Die wenigen Fotos habe ich mal als Diashow zusammenengefasst:

Am Folgetag haben wir dann noch im Regen die Cinque Torri umrundet und haben die Heimfahrt angetreten.

 

Eine Traumtour… Die Dolomiten sind einfach die wildesten und schönsten Berge in den Alpen. Wir kommen wieder!

Dreiländerspitze

Kurzentschlossen nutzen wir am 12. August das Wetterfenster und machten uns auf den Weg ins Silvretta wo der Piz Buin (3312m) lockte.

Das Auto stellten wir auf der Bielerhöhe ab und wanderten die 400 Höhenmeter in ca. 2,5 Stunden zur Wiesbadener Hütte hinauf. Dabei wurde es bereits immer winterlicher, ein kleiner Schneemann erwartete uns schlussendlich auf der Terrase der DAV Hütte.

Am nächsten Morgen beobachteten wir die mindestens 20 Seilschaften, welche sich alle zum Buin aufmachten und beschlossen stattdessen die Dreiländerspitze (3197m) anzugehen. Auf diesem Gipfel treffen die Bundesländer bzw. die Kantone Vorarlberg, Tirol und Graubünden zusammen.

Hochtour 2017 Dreiländerspitze
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Nach einer guten Stunde Anstieg über Geröll erreichten wir den Gletscher wo wir Steigeisen und Seil auspackten. Zwar ist dieser relativ Spaltenfrei aber durch die Schneeauflage waren diese so gut wie nicht zusehen. Spätestens ab der Ochsenscharte kommt man um das Seil nicht herum, dort gilt es einige tiefe Längsspalten zu passieren.

Der Kletterschwierigkeit überstiegt nie den II. Grad im Aufstieg, durch die Eis- und Schneeauflage hatten wir dann aber doch einige Passagen gesichert. Der Gipfelaufschwung ist schön exponiert und toll zu klettern, unterschätzen sollte man es aber nicht wenn es feucht ist. Im Abstieg konnten wir weite Stellen abseilen und waren dann am frühen Nachmittag wieder auf der Hütte.

Den Folgetag verbrachten wir dann noch mit Felsklettern im Klettergarten bevor wir dann auf Nachmittag heim fuhren.

Isklatring Rjukan, Norwegen

Bevor der „Winter“ voll ganz dem Frühling weicht, gibt es noch den Kurzbericht vom Eisklettern in Norwegen.

Mehr Fotos und die Dronenvideos folgen noch, das will alles noch bearbeitet werden…

Eisklettern 2017 Rjukan

Samstag – Anreise
Flug München nach Oslo dann ca. 3 Stunden Autofahrt nach Rjukan. Den reservierten Touran haben wir gegen zwei Mittelklasse Autos getauscht, bekommen haben wir zwei Hyundai i20 was im Nachhinein betrachtet eine gute Entscheidung war. Wir sind gegen 17:30 in Rjkukan angekommen und bezogen unsere Zimmer im Gästehaus und gingen rasch einkaufen – zum Abendessen kochten wir Spagetti Bolognese.

Sonntag – Krokan
Krokan ist quasi der lokale Eiskletterpark, einfachster Zustieg und viele 1 Seillänge Fälle nebeneinander. Außer uns waren vielleicht 20 andere Kletterer im Tal was aber zu keinen Wartezeiten führte. Insgesamt kletterten wir an drei Stellen und absolvierten die ersten Top Ropes und Vorstiege, z.B. Bullen WI3 und Gaustapøkelset WI4.

Montag – Vemork und Korkan
Morgens sind wir nach Vemork gefahren und haben zum Einstieg die zwei Seillängen des Vemorkbrufoss Øst WI4 mit zwei 3er Seilschaften durchstiegen. Danach fuhren wir gegen Mittag nochmal nach Krokan und kletterten dort weitere 1 SL Fälle bis die Arme dick waren.

Dienstag – Ozzimosis
In der Nacht zum Dienstag hatten wir einiges an Schneefall und die Temperaturen langen morgens schon über dem Gefrierpunkt. Wir fuhren zum Ozzimosis und kletterten dort mehrere Fälle WI3 bis WI5 in nicht ganz einfachem Eis. Gegen Mittag ergriffen wir dann die Flucht und besuchten das Industriearbeitermuseum um dem Schnee zu entkommen.

Mittwoch – Vemork

Leider hatten wir nochmals Schnee und es hätte auch etwas kälter sein dürfen. Wir entschlossen uns ein weiteres mal ins Vemork Tal zu gehen. Dort kletterten wir zum Start Blindtarmen WI4 in zwei Seillängen wobei der Eisfall stellenweise mehr einer Dusche glich und in der letzten Seillänge recht dünn und dadurch schwer war.
Da wir keine große Lust hatten über die verschneiten Felsen im Flußbett wieder rauszuwandern griffen wir den Sabatorføssen WI5 an. Nach vier tollen und abwechslungsreichen Seillängen standen wir wieder außerhalb des Tals und konnten über die Straße bequem zum Auto zurück kehren.

Donnerstag – Tinnsjø
Dank einer klaren Nacht war es am Donnerstag wieder sehr kalt und so entschlossen wir uns etwas weiter zu fahren. Nach einer halben Stunde erreichten wir das kleine Klettergebiet Tinnsjø wo wir nach einem längeren Zustieg zuerst 60m in einen Kessel abseilten.
Dort kletterten wir u.a. Kong WI4 und stiegen in zwei Seillängen wieder aus dem Kessel aus. Am Nachmittag gab es erneut leichten Schneefall. Tinnsjø ist ein kleines aber landschaftlich tolles Gebiet.

Freitag – Krokan
Am Freitag ging es ein letztes mal nach Krokan um die verbleibenden drei Fälle zu klettern welche wir noch offen hatten. Außerdem fanden wir ein paar tolle Mixed Linien.

Samstag – Heimreise
Am Samstag sind wir früh morgens wieder zurück nach Oslo wo wir eine kleine Stadtrunde machten. Den Mittag verbrachten wir bei der Skischanze Holmenkollbakken um dann Abends wieder nach München zurück zu fliegen.

Fazit:
Rjukan ist wirklich ein Eiskletter Paradis. Im Umkreis von 10min Autofahrt und 10min Zustieg findet man genug um sich eine ganze Woche zu beschäftigen. Die großen Fälle wie den 7SL Fabrikkfossen oder den 9 SL Rennefossen haben wir aus zeitlichen Gründen gar nicht in Angriff genommen. So bleiben aber genug offene Projekte und die „Notwendigkeit“ irgendwann wieder nach Rjukan zu fliegen.
Das Gästehaus ist allerdings nur bedingt zu empfehlen. Das Frühstück im Hotel ist gut und die Zimmer sind sauber allerdings sind die Gemeinschaftsräume schlecht ausgestattet.

Eis(en)zeit – Durch die Nordwestwand auf die Zugspitze

Zugspitze die Dritte… Nach dem Jubiläumsgrat und der Höllental Klettersteig Wiederholung war noch die neue Kletterroute durch die Riffelnordwestwand offen. Diese bin ich in einer halben Winterbegehung am 21.09. endlich durchstiegen.

Die Eisenzeit ist eine lange Tour welche Anfangs den Spuren der Bergarbeiter folgt, welche zwischen 1928 und 1930 die Zahnradbahn bauten. So kommt man an vielen historischen Fundstücken vorbei, alte Bierkisten und Werkzeug, Bohrer und alte Seile und Leitern… Ab dem Tunnelfenster Vier verlässt man dann den historsichen Teil und steigt in die Nordwestwand ein welche in mehreren Seillängen im III./IV. Schwirigkeitsgrat nach oben führt.

Klettertour 2016 Eisenzeit

Einen Tourbericht habe ich bei hikr veröffentlicht, diesen findet ihr hier.

Von den ganzen Handy-Fotos gibt es auch ein kleines Video welches einen schönen Eindruck der Tour vermittelt:

Im Bergzeit Magazin gibt es einen informativen Beitrag zu einer Eisenzeit Begehung im Dezember von Franz Mösbauer.

Hochtour Cevedale

Auf die schnelle nur ein paar Fotos von der Hochtour auf den Monte Cevedale. Leider war wettertechnisch an eine Überschreitung zum Palon de la Mare nicht zu denken, eine PD+ Hochtour bei 10m Sicht ohne sichtbare Spuren war und und einer weiteren Seilschaft aus Holland dann doch zu heiß. Einen Tourbericht gibt es bei hikr.org.

Hochtour Packliste 2016

Meine erste Hochtour-Packliste für eine Mehrtagestour hatte ich 2012 erstellt und lag mit Rucksack ohne Wasser und Tageskleidung bei 12 kg. Nach den ersten Touren hatte ich diese gleich auf gute 8 kg abgespeckt, so wurde zum Beispiel der schwere Goretex Biwacksack mit einem Notall-Biwaksack ersetzt. Da es diese Woche auf die erste Hochtour 2016 geht (passenderweise wieder zum Monte Cevedale) gibt es nun hier ein Packliste-Update mit dem alten Angaben von 2012:

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  • Rucksack 40+10 L (1500 g) 32+ (1200g)
  • ggf. Wanderstöcke (490 g)
  • Eispickel (610 g)
  • Eisschrauben, HMS, ATC, Schlingen, Schnüre, usw. (1500 g) (900 g)
  • Bergsteigerhelm (330 g)
  • Sitzgurt (520 g) (230 g)
  • Steigeisen (1100 g) (900 g)
  • Handschuhe, Mütze je 2x (650 g)
  • Biwaksack + Regenhose (1500 g) (380 g)
  • Regenjacke (620 g) (320 g)
  • Waschbeutel (450 g)

Ich nehme inzwischen einiges weniger an Hardware mit, verzichte auf Wanderstöcke und habe einen leichteren Gurt sowie Wetterschutz. Der Waschbeutel wiegt sicher auch weniger jedoch kommen 350g für das Erste Hilfe Set hinzu. Da es vermutlich warm wird und wir nicht über 4000m kommen werde ich wohl auch die Daunenjacke zu Hause lassen.

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Optimierungsmöglichkeiten gibt es auf jedenfalls noch beim Eispickel, Helm und den Steigeisen. Hier könnte ich sicher noch gute 800g einsparen. Der Rucksack wiegt so 7 kg, alles in allem ein sehr guter Wert. Kommen noch ein paar Klamotten dazu (Merino Unterhose, T-Shirt und Langarm Hemd, 1 Polartec Fleece und ggf. eine dünne Softshellhose für Abends) sowie 1-1,5L Wasser/Tee und der obligatorische Rotwein welcher i.d.R. den ersten Hüttenabend nicht überlebt.

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Los geht die Tour am Donnerstag: Monte Cevedale mit Überschreitung zum Palon de la Mare über das Col de la Mare.

 

Eine weitere, sehr umfangreiche, Hochtouren Ausrüstungsliste findet ihr auch im Bergzeit Magazin.

 

Wetterchaos

Irgendwie lässt und das schlechte Wetter nicht los:

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Zwar ist für Freitag ein kurzes Zwischenhoch gemeldet die Prognose für das Wochenende ist aber ähnlich wie heute: Regen, Regen und äh Regen. Daher fällt die geplante Zugspitzbesteigung über die Klettertourte Eisenzeit (vorerst) ins Wasser.

24 Stunden Wanderung DAV Heilbronn

Die DAV Sektion Heilbronn hat gestern zu einer 24 Stunden Wanderung anlässlich des 125 Jahr Jubiläums geladen. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so ging es also gestern um 17 Uhr am Alpinzentrum in Heilbronn los.

Unser Weg führte uns von Heilbronn immer am Neckar entlang vorbei an Bad Friedrichshall bis nach Bad Wimpfen wo wir für die erste Rast nach ca. 15 km stoppten. Das nächste Etappenziel war Bad Rappenau welches wir aber nicht direkt angesteuert haben. Unsere Runde führte vorbei an Gundelsheim bis zur Burg Guttenberg und dann wieder nördlich bis Bad Rappenau wo wir gegen Mitternacht unsere zweite Rast hatten.

Weiter ging es dann im Schein unserer Stirnlampen über Gemmingen nach Eppingen wo leider an jedem Bahnhof unsere Gruppe kleiner wurde. Gegen 9 Uhr morgens erreichten wir dann den Steinbruch oberhalb von Mühlbach wo wir ein ausgiebiges Frühstück hatten. Dort beschloss der Rest der Gruppe dass wir mit 66 km Wanderstrecke in 17 Stunden unser Ziel erfüllt haben und wir verzichteten auf die letzten 30 km Rückweg nach Heilbronn. Die letzte Pause war dann ausgiebiger und wir saßen lange in der Sonne, holten etwas Schlaf nach und erreichten dann wie geplant um 17 Uhr wieder das Alpinzentrum wo wir noch eine kleine Abschlußveranstaltung hatten.

Alles in allem war das eine tolle Erfahrung, insbesondere das Erwachen der Natur ab ca. 4 Uhr ist ein tolles Erlebnis was ich jedem nur empfehlen kann. Für nächstes Jahr wird eine Wiederholung geplant dann aber mit etwas anderem Ablauf da die Gesamtstrecke doch recht sportlich gewählt war (bei den bekannten 24 Wanderungen werden meist nur 40 km in Summe gegangen).

Zurück auf die Zugspitze

Vor fünf Jahren hatte ich die Zugspitze zum ersten mal erklommen, der gewählte Weg war über die Höllental Via Ferrata. Das ist ein langer aber auch relativ einfacher Klettersteig (Schwierigkeit C) mit kurzer Gletscherpassage:

Höllental Klettersteig (Foto von hangkantenpolitur.de)

 

Für dieses Jahr habe ich zwei weitere Touren eingeplant. Los geht es Anfang Juni mit der Zugspitze Nordwand:

Eisenzeit (Foto von bergsteigerschule-zugspitze.de)

Vor zwei Jahren wurde quer durch die Nordwand der Zugspitze eine neue Kletterroute „EISENZEIT“ erst begangen welche wir als Dreierseilschaft wiederholen wollen. In 14 Seillängen geht es entlang der alten Zugspitzbahn durch die Riffelnordwestwand hoch zum Riffelgrat (10 Stunden, 4. Grad UIAA). Von dort werden wir uns auf die Fia Ferrata abseilen und die letzten 300 Höhenmeter den Klettersteig ausnutzen. Eine Tourbeschreibung gibt es hier.

 

Anfang Juli werde ich mir dann den nächsten langjährigen Wunsch erfüllen und einen richtigen Alpinen Klassiker angreifen: Den Jubiläumsgrat von der Zugspitze rüber zur Alpspitze:

Jubiläumsgrat (Foto von www.bergsteigen.com)

Hier geht es in 8-10 Stunden über viele kleine Felsnadeln und immer mit Luft unter dem Hintern über den Grat, maximal bis zum 3. Grad UIAA bzw. „D“ in den Klettersteigpassagen. Von der Alpsitze aus werden wir den Klettersteig absteigen und mit der Alpspitzbahn wieder das Tal ansteuern.

 

Fotos und Berichte folgen nach den Touren… :-)

 

Nachtrag: